Die Orgel in der Kirche St. Nikolaus in Dobřany
Die Kirche St. Nikolaus wurde Mitte des 13. Jahrhunderts im nördlichen Teil des Hauptplatzes erbaut. Im Laufe ihrer Geschichte wurde sie mehrmals abgerissen und ist auch niedergebrannt. Das heutige Aussehen ist auf den Umbau in den Jahren 1757 - 1758 zurückzuführen, als sie durch den Baumeister Martin Glaser umgebaut wurde. Das Kirchenschiff hat eine flache Decke, das Presbyterium ist mit Gemälden des Pilsner Malers František Julius Lux (1702-1764) überwölbt. Die gesamte Ausstattung wurde nach dieser Rekonstruktion erstellt. Der Hauptaltar mit zwei Seitenaltären in der Nähe des Triumphbogens ist das Werk von Karel Legát (1715 - 1783) aus dem Jahr 1762, dem Schwiegersohn von František Julius Lux. Karel Legát ist auch der Erbauer der Hauptorgel in der Kirche. Er war ein ausgezeichneter Bildhauer und Schnitzer, seine Werke sind in der ganzen heutigen Region Pilsen zu finden. Seine Altäre befinden sich beispielsweise in der Kirche St. Anna in Pilsen, in der Kirche in Horšov, in der Kirche St. Anna bei Horšovský Týn, in der Kirche St. Jakub in Kladruby bei Stříbro und in der Kapelle in Chotiměř. Vor der Propstei in Mariánská Týnice stehen sehr schöne Steinstatuen - St. Johannes von Nepomuk und Erzengel Raphael. Karel Legát hatte fünfzehn Kinder, von denen drei das Erwachsenenalter erreichten.
In der Kirche St. Nikolaus gibt es zwei Orgeln, eine kleinere neugotische Orgel auf der Nordempore am Presbyterium und die Hauptorgel im Westchor. Die Orgel ist ein Tasteninstrument, eines der ältesten überhaupt. Bereits in der Antike bestand die Grundlage, mehrere Pfeifen an eine Quelle konstanter Luftzufuhr anzuschließen. Die Blütezeit der Orgel war der Barock. Die Orgel besteht aus einem Orgelgehäuse, dessen Front ein dekoratives Prospekt mit Pfeifen bildet. Der Spieltisch kann entweder ein Teil des Schranks sein oder separat stehen. Zwischen dem Spieltisch und den Pfeifen befindet sich eine sogenannte Traktur mit Windkanälen. Die Luft wird durch Bälge zugeführt, die hinter dem Orgelgehäuse platziert sind. Früher wurden sie von Jungen, Kalkanti genannt, bedient. Heute wird ihre Arbeit durch einen elektrischen Motor ersetzt.
Karel Legát schuf das Rokoko-Orgelgehäuse von Dobřany im Jahr 1761. Wer damals der Erbauer der Orgel war, ist nicht bekannt, sehr wahrscheinlich František Adam Gartner aus Tachov, der zur gleichen Zeit eine ähnliche Orgel in der Kirche St. Vojtěch in Vejprnice erbaute. Beim Wiederaufbau der Orgel Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses Instrument komplett entfernt. Damals baute der Prager Orgelbauer Heinrich Schiffner (1853 - 1938) ein zweimanualiges romantisches Instrument mit 20 Registern in das Originalgehäuse ein. Wahrscheinlich war Schiffner aus finanziellen Gründen gezwungen das Rokoko-Orgelgehäuse zu verwenden, das nicht ganz zum neuen Instrument passte. Die Bedeutung des Orgelgehäuses für den Klang des Instruments war den Organisten des 18. Jahrhunderts durchaus bewusst, doch bereits im 19. Jahrhundert wurde diese Tatsache unterschätzt. Der Zusammenhang zwischen der Form des Gehäuses und dem Klang der Orgel ist jedoch unbestreitbar und hängt nicht nur von ihrer Form und Lage ab, sondern auch von ihrer Aufteilung.
In Dobřany steht das Werk in einem Orgelschrank, der Spieltisch frei davor, der Organist sitzt mit Blick zum Altar. Das Prospekt der Orgel besteht aus drei Feldern, das mittlere Feld ist deutlich niedriger. Die seitlichen Felder sind als dreiteilige Pfeifentürme ausgeführt. Das Postament des Prospekts ist ausgefüllt und erscheint flach. Das mittlere Feld des Prospekts schließt architektonisch nicht an die Seitenturmfelder an, die untere und obere Leiste geht nicht durchgehend und die unteren Leisten der Seitenfelder schneiden in die Pilaster des Mittelfeldes ein. Bei den meisten Orgeln dieser Zeit befand sich diese Leiste unter den Pfeifen, am gesamten Orgelgehäuse entlang. Anscheinend wurde der Orgelschrank beim Wiederaufbau der Orgel Ende des 19. Jahrhunderts um einen Mittelteil ergänzt, das sogenannte Rückpositiv, das im 18. Jahrhundert in die Chorbrüstung eingebaut wurde. Dies erklärt die architektonische Unstimmigkeit des ganzen Orgelschranks. Der zentrale Teil ist mit drei Engelsfiguren geschmückt, die verschiedene Musikinstrumente spielen. Die Türme des Prospekts werden dann mit Rokoko-Vasen geschmückt, darunter die zentrale Baldachingirlande, die die beiden Turmteile verbindet. Im vorderen Teil des Prospekts befinden sich Zinnpfeifen, dahinter Holzpfeifen. Die Anzahl der Pfeifen vor der Renovierung kann auf 1500 geschätzt werden. Das Ganze ist reich mit vergoldeten Rokoko-Ornamenten verziert.
Die Mängel der Orgel in Dobřany begründen sich in mehreren technischen und klanglichen Schwachstellen. Der älteste Teil der Orgel – das Orgelgehäuse - ist in relativ gutem Zustand. Obwohl es vom Holzwurm befallen ist, sind bisher nur kleine Teile betroffen und nur auf der Rückseite sichtbar. Die Schnitzereien sind durch den Gebrauch des Instruments stärker beschädigt. Eine Sondierung wurde durchgeführt, um die ursprüngliche Färbung zu bestimmen. Die ergab, dass das Gehäuse mit ocker und rosa marmoriert worden ist. Die Leisten waren rot. Die Farbe ist offensichtlich auf der gesamten Oberfläche der Schränke erhalten geblieben und kann wiederhergestellt werden.
Der Organist und Orgelbauer Marek Vorlíček bewertet den tatsächlichen Zustand des Instruments als trostlos. Insbesondere die gealterte Traktur und die unzureichende Luftversorgung der Pfeifen sind sehr schlecht. Als Widerspruch empfindet er den Einbau eines romantischen Instruments in ein barockes Gehäuse, was sich zusammen mit der beschädigten Traktur auf den unbefriedigenden Klang der Orgel auswirkt.
Der Weg zur Restaurierung der Orgel wird sicherlich komplex und kostspielig sein. Ein wesentlicher Teil der Orgel muss restauriert werden. Darum ist es möglich, und es ist das Ziel des Stiftungsfonds "Die Orgelfreunde von Dobrany", das Orgelgehäuse zu restaurieren und ein neues Instrument einzubauen, das der Barockorgel so getreu wie möglich nachgebaut ist, wie etwa auf der "Johannes Sebastian Bach" in Weimar gespielt hat. Um dieses Ziel zu unterstützen, organisiert der Stiftungsfonds Benefizkonzerte und sucht Sponsoren.
Ich glaube, dass dieses Ziel erreicht werden kann. Die erfolgreiche Restaurierung vieler Orgeln in der Region weist schließlich den Weg. Orgeln stellen Klang und Musik des Ortes mit jahrhundertealter Tradition in den Kirchen vor. Es liegt an uns, die historischen Fehler der Vergangenheit zu korrigieren.
In der Kirche St. Nikolaus gibt es zwei Orgeln, eine kleinere neugotische Orgel auf der Nordempore am Presbyterium und die Hauptorgel im Westchor. Die Orgel ist ein Tasteninstrument, eines der ältesten überhaupt. Bereits in der Antike bestand die Grundlage, mehrere Pfeifen an eine Quelle konstanter Luftzufuhr anzuschließen. Die Blütezeit der Orgel war der Barock. Die Orgel besteht aus einem Orgelgehäuse, dessen Front ein dekoratives Prospekt mit Pfeifen bildet. Der Spieltisch kann entweder ein Teil des Schranks sein oder separat stehen. Zwischen dem Spieltisch und den Pfeifen befindet sich eine sogenannte Traktur mit Windkanälen. Die Luft wird durch Bälge zugeführt, die hinter dem Orgelgehäuse platziert sind. Früher wurden sie von Jungen, Kalkanti genannt, bedient. Heute wird ihre Arbeit durch einen elektrischen Motor ersetzt.
Karel Legát schuf das Rokoko-Orgelgehäuse von Dobřany im Jahr 1761. Wer damals der Erbauer der Orgel war, ist nicht bekannt, sehr wahrscheinlich František Adam Gartner aus Tachov, der zur gleichen Zeit eine ähnliche Orgel in der Kirche St. Vojtěch in Vejprnice erbaute. Beim Wiederaufbau der Orgel Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses Instrument komplett entfernt. Damals baute der Prager Orgelbauer Heinrich Schiffner (1853 - 1938) ein zweimanualiges romantisches Instrument mit 20 Registern in das Originalgehäuse ein. Wahrscheinlich war Schiffner aus finanziellen Gründen gezwungen das Rokoko-Orgelgehäuse zu verwenden, das nicht ganz zum neuen Instrument passte. Die Bedeutung des Orgelgehäuses für den Klang des Instruments war den Organisten des 18. Jahrhunderts durchaus bewusst, doch bereits im 19. Jahrhundert wurde diese Tatsache unterschätzt. Der Zusammenhang zwischen der Form des Gehäuses und dem Klang der Orgel ist jedoch unbestreitbar und hängt nicht nur von ihrer Form und Lage ab, sondern auch von ihrer Aufteilung.
In Dobřany steht das Werk in einem Orgelschrank, der Spieltisch frei davor, der Organist sitzt mit Blick zum Altar. Das Prospekt der Orgel besteht aus drei Feldern, das mittlere Feld ist deutlich niedriger. Die seitlichen Felder sind als dreiteilige Pfeifentürme ausgeführt. Das Postament des Prospekts ist ausgefüllt und erscheint flach. Das mittlere Feld des Prospekts schließt architektonisch nicht an die Seitenturmfelder an, die untere und obere Leiste geht nicht durchgehend und die unteren Leisten der Seitenfelder schneiden in die Pilaster des Mittelfeldes ein. Bei den meisten Orgeln dieser Zeit befand sich diese Leiste unter den Pfeifen, am gesamten Orgelgehäuse entlang. Anscheinend wurde der Orgelschrank beim Wiederaufbau der Orgel Ende des 19. Jahrhunderts um einen Mittelteil ergänzt, das sogenannte Rückpositiv, das im 18. Jahrhundert in die Chorbrüstung eingebaut wurde. Dies erklärt die architektonische Unstimmigkeit des ganzen Orgelschranks. Der zentrale Teil ist mit drei Engelsfiguren geschmückt, die verschiedene Musikinstrumente spielen. Die Türme des Prospekts werden dann mit Rokoko-Vasen geschmückt, darunter die zentrale Baldachingirlande, die die beiden Turmteile verbindet. Im vorderen Teil des Prospekts befinden sich Zinnpfeifen, dahinter Holzpfeifen. Die Anzahl der Pfeifen vor der Renovierung kann auf 1500 geschätzt werden. Das Ganze ist reich mit vergoldeten Rokoko-Ornamenten verziert.
Die Mängel der Orgel in Dobřany begründen sich in mehreren technischen und klanglichen Schwachstellen. Der älteste Teil der Orgel – das Orgelgehäuse - ist in relativ gutem Zustand. Obwohl es vom Holzwurm befallen ist, sind bisher nur kleine Teile betroffen und nur auf der Rückseite sichtbar. Die Schnitzereien sind durch den Gebrauch des Instruments stärker beschädigt. Eine Sondierung wurde durchgeführt, um die ursprüngliche Färbung zu bestimmen. Die ergab, dass das Gehäuse mit ocker und rosa marmoriert worden ist. Die Leisten waren rot. Die Farbe ist offensichtlich auf der gesamten Oberfläche der Schränke erhalten geblieben und kann wiederhergestellt werden.
Der Organist und Orgelbauer Marek Vorlíček bewertet den tatsächlichen Zustand des Instruments als trostlos. Insbesondere die gealterte Traktur und die unzureichende Luftversorgung der Pfeifen sind sehr schlecht. Als Widerspruch empfindet er den Einbau eines romantischen Instruments in ein barockes Gehäuse, was sich zusammen mit der beschädigten Traktur auf den unbefriedigenden Klang der Orgel auswirkt.
Der Weg zur Restaurierung der Orgel wird sicherlich komplex und kostspielig sein. Ein wesentlicher Teil der Orgel muss restauriert werden. Darum ist es möglich, und es ist das Ziel des Stiftungsfonds "Die Orgelfreunde von Dobrany", das Orgelgehäuse zu restaurieren und ein neues Instrument einzubauen, das der Barockorgel so getreu wie möglich nachgebaut ist, wie etwa auf der "Johannes Sebastian Bach" in Weimar gespielt hat. Um dieses Ziel zu unterstützen, organisiert der Stiftungsfonds Benefizkonzerte und sucht Sponsoren.
Ich glaube, dass dieses Ziel erreicht werden kann. Die erfolgreiche Restaurierung vieler Orgeln in der Region weist schließlich den Weg. Orgeln stellen Klang und Musik des Ortes mit jahrhundertealter Tradition in den Kirchen vor. Es liegt an uns, die historischen Fehler der Vergangenheit zu korrigieren.
Jan Soukup
Architekt
September 2022